Kulinarische Momentaufnahmen
Astrid Paul
Freitag, 25. Juni 2010 - von Ariane

Astrid Paul

Update Mai 2013: Alle Interviews, die hier im Blog zu lesen sind, habe ich für das erscheinende Buch in der Caramelized-App (Juni 2013) und im Hädecke Verlag (Herbst 2013) komplett überarbeitet und ergänzt. Hier im Blog sind sie noch in der alten Version zu lesen.

Astrid Paul liebt Kochen und Essen, genauso gerne erzählt sie ihre kulinarischen Abenteuer in ihrem Blog. “Arthurs Tochter kocht handelt von Genuss in jeder Form und jeder Lage”.

Ich wollte mehr darüber wissen und habe das Erscheinen das »Sous-Vides Grundkochbuchs«, an dem sie mitgewirkt hat, zum Anlass genommen endlich mal wieder zu bloggen. (Warum ich in letzter Zeit so sparsam blogge, erzähle ich in einem eigenen Post. Ich sage nur Eins: 17 Tage noch…)

Ariane: Astrid, wie einige Deiner professionellen Foodblogger-Kollegen kommst Du beruflich auch aus der gastronomischen Ecke, hast imGegensatz zu ihnen aber keine Ausbildung zur Köchin, sondern zur Hotelfachfrau gemacht. Wie kam es, dass Dich die Leidenschaft zum Kochen und zur Kulinarik trotzdem gepackt hat?

Astrid: Diese Leidenschaft hätte mich wohl auch gepackt, wenn ich Buchhalterin geworden wäre. Geprägt wurde ich sicher in erster Linie dadurch, dass meine Eltern ein sehr offenes Haus führten und wir oft und viele Gesellschaften hatten. Meine Mutter hat gekocht und gebacken, dass sich die Tische bogen. Das habe ich mir bewahrt – die Gastfreundschaft und die Freude daran, andere verwöhnen und umsorgen zu dürfen. Mein Traum »beruf« wäre es wohl, einen Salon zu führen. Feines Essen, gepflegte Gespräche mit klugen Menschen in stilvollem Ambiente, was kann es Schöneres geben!  Angepasst an die Realität bedeutet das für mich: Viel kochen, experimentieren und mir stets viele Freunde einladen.

Ariane: Dein erstes Café hast Du im zarten Alter von 23 Jahren eröffnet und es »Café Größenwahn« getauft. Sehr mutig! Wie entstand die Idee dazu und welche Bedeutung hat der Name für Dich?

Astrid: Entstanden ist die Idee wohl aus dem, was auch noch heute eine meiner hervorstechendsten Eigenschaften ist: Spontaneität. Eine Idee haben, nicht lange fackeln und nachdenken, sondern einfach machen.

Da gab es dieses leerstehende Lokal und meine gesammelten Trinkgelder aus 2 Jahren. Ein kleiner Kredit von der Bank und auf ins Abenteuer! Verkauft habe ich es dann, als meine Tochter geboren wurde.

Der Name des Cafés entstand beim weinseligen Brainstorming mit einer Freundin. Vielleicht geprägt von den Reaktionen vieler Menschen damals, die mich natürlich für größenwahnsinnig hielten. Aber damit konnte ich schon immer gut leben!

Ariane: Dein Blog »Arthurs Tochter kocht« spielt nach nicht mal einem Jahr schon eine wichtige Rolle in der Foodblog-Landschaft. Erzähl, wie kamst Du zum ersten mal mit diesem Weblog-Genre in Berührung und was war für Dich der Anreiz, einen eigenen Foodblog ins Leben zu rufen?

Wichtige Rolle? Wirklich? Das hast jetzt Du gesagt. Ich finde mich nicht wichtig und nehme mich auch gar nicht besonders ernst. Vielleicht ist es aber gerade das, was die Leser spüren und ihnen dann gefällt.

Zum Bloggen hat mich wohl Eline vom Küchentanz inspiriert. Irgendwann schickte sie mir den Link zu ihrem Blog und da war es um mich geschehen. Das wollte ich auch haben/machen/können. Als jahrelanges Mitglied bei chefkoch.de machte sich bei mir steigende Unzufriedenheit mit diesem Forum breit, aber der Drang, mich weiterhin zu Themen rund um den Genuss austauschen zu können wuchs unvermindert weiter. Es gibt in meinem Freundeskreis niemanden, der diese Leidenschaft  in vollem Umfang mit mir teilt (außer, dass meine Freunde natürlich immer gerne zum essen und trinken kommen) so brauche ich das internet einfach zum Austausch. Der Blog ist für mich die ideale Ausdrucksform. Ich kann schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist und das in einer Länge, die nur ich alleine bestimme. Daher werde ich wohl nie wirklich twittern, die Zeichen reichen mir einfach nicht aus!

Eigentlich kann ich sogar gleich noch eine Leidenschaft verfolgen – das Schreiben. Dieses Hobby war lange verschüttet und blüht jetzt wieder auf. Manchmal weiß ich gar nicht, ob ich vielleicht auch nur koche, damit ich hinterher etwas darüber erzählen kann. In meinem nächsten Leben werde ich sicher eine Genuss-Journalistin sein.

Ariane: »Arthurs Tochter kocht« – was hat es mit dem Namen auf sich?

Astrid: Eigentlich ist der Name selbsterklärend. Arthur ist mein Vater. Der im Übrigen ganz hervorragend kocht! Außerdem denke ich ja immer weiter und weiter und so lässt dieser Name mir alle Möglichkeiten. Es gibt ja auch noch »Arthurs Tochter geht aus«, einen Blog für Restaurantkritiken, der aus Zeitgründen leider schmälichst von mir vernachlässigt wird.

Ich könnte mir auch noch »Arthurs Tochter Trinkt« vorstellen, einen Blog nur mit Weinbeschreibungen. Oder eine ganze Kette von Feinkostgeschäften quer durch die Republik mit dem Namen »Arthurs Tochter«. Arthurs Tochter als Marke, das wäre schön irgendwann. Da wäre er dann wieder, der oben beschriebene »Größenwahn«.Wer weiß, wo der Wind des Lebens mich noch hintreibt, ich lasse mich gerne verwehen!

Ariane: Stell Dir vor, Du müsstest »Arthurs Tochter kocht« einem Foodblog-Unwissenden vorstellen. Was zeichnet Deinen Blog aus?

Astrid: Das muss ich mir gar nicht groß vorstellen, das erlebe ich ständig. So groß das Phänomen der Blogs allgemein inzwischen ist, bei den meisten Leuten die ich so kenne, ist es noch nicht angekommen. Aber wenn jemand zumindest schon mal grundsätzlich weiß, was ein Blog an sich ist, dem würde ich sagen:

Mein Blog steht mitten im Leben. Er handelt vom Genuss in jeder Form und jeder Lage. Ich möchte aus allem immer das Beste machen. Auch aus dem ganz Einfachen – im Leben und in der Küche. Er ist wie ich. Etwas verrückt. Sehr experimentierfreudig. Spontan. Humorvoll. Nimmt sich selbst nicht so ernst, die Menschen, die ihn lesen aber sehr. Daher ist mir der Austausch über die Kommentare auch so wichtig. Im Idealfall ist dieser für mich ein kleiner perlender Dialog. Wie ein guter Crèmant. Witzig, dahin sprühend, genießerisch und ausgetrunken. Manchmal wie ein schwerer Rotwein. Tief. Lastig. Eindruck hinterlassend. Beides ist mir wichtig.

Ariane: Das Kopfbild Deines Blogs erzählt von Deiner anderen Passion, dem Wein. Woher kommt diese Begeisterung?

Astrid: Der Weg vom guten Essen zum guten Wein oder auch umgekehrt ist ein kurzer. Ich kenne keinen Genießer, der nur eines der beiden bedarf. Aber ich kann auch von mir behaupten, dass ich mit einem wunderbaren Geschmacks- und Geruchssinn geboren wurde. Wie ein kleiner Grenouille erschmecke und erdufte ich mir mein Leben. Einen Duft oder Geschmack vergesse ich niemals. Noch heute geben mir Düfte Initialzündungen für Erinnerungen bis in meine frühe Kindheit. Und sie treiben mich nach vorne. Ein flüchtiges Duftfragment stieß mich zum Beispiel an, eine Sauce aus Chorizo zu machen und sie mit Steinbeißer zu kombinieren. Ein Profikoch würde wahrscheinlich die Sauce noch perfekter montieren, oder sie gleich als Infusion im ganzen Fisch darreichen. Aber darauf kommt es mir gar nicht an. Was zählt, ist das Erleben eines neuen Geschmacks.  Dazu gehört der Wein als Begleiter für mich ganz zwingend.

Ariane: Es gibt jemanden in der Foodblog-Szene, mit dem Du eine jahrelange virtuelle Verbindung pflegst. Es ist Eline von »Küchentanz«. Wo hat eure virtuelle Freundschaft begonnenund was verbindet bzw. unterscheidet euch beide?

Astrid: Eline kenne ich aus dem Weinforum des »Chefkochs«. Dort tauschten wir uns mit vielen anderen über unsere Wein- und Küchenerlebnisse aus. Mittlerweile ist es eine jahrelange Verbundenheit und fast kennen wir uns gegenseitig ein bisschen. Wir wissen wohl mittlerweile, wie die andere »tickt«.

Was ich in meiner Beschreibung zu Eline und ihrem Küchentanz geschrieben habe, gilt auch hier: Ich habe sie immer bewundert, ob der Stringenz, mit der sie ihre Leidenschaft – die Liebe zu erstklassigen Produkten, kombiniert mit kenntnisreichen Zubereitungsmethoden und einem unglaublichen Wissen über die Küchen dieser Welt vereint hat. Verbunden werden wir durch unsere Liebe zu guten Produkten, kleinen unabhängigen Produzenten, der Freude am Genuss von gutem Essen und gutem Wein.

Eine Zeitlang dachte ich, der Unterschied läge vor allem in der Ernsthaftigkeit, mit der sie ihr Hobby betreibt und ich meines. Aber damit werde ich wohl uns beiden nicht gerecht. Sie ist vielleicht nicht immer so ernst, wie sie wirkt und ich nicht immer so konfus, wie man denkt.

Ariane: Wie definierst Du eine »virtuelle Bekanntschaft« im Gegensatz zu realen Beziehungen und was reizt Dich daran, mit wildfremden Menschen über das Essen zu kommunizieren? Gab es Internet-Bekanntschaften, die Du im echten Leben wieder getroffen hast, oder die sogar zu richtigen Freunden wurden?

Astrid: Das finde ich mittlerweile schon gar nicht mehr so einfach. Wie definiere ich die Menschen, mit denen ich so häufig virtuell kommuniziere? Darüber habe ich auch schon in meinem Blog geschrieben, ebenso wie über die verrückten Situationen, die entstehen können, wenn man sich dann im wirklichen Leben trifft. Wie schon gesagt, brauche ich diesen virtuellen Austausch einfach, weil ich ihn in meinem Freundeskreis nicht so pflegen kann, wie ich vielleicht gerne würde. Und wie soll ich diese Menschen meinen »echten« Freunden gegenüber benennen? Wenn ich von Internetfreunden oder Kontakten spreche, rollen schon viele mit den Augen. Das hat so was Geschmäcklerisches. Aber es sind doch Freunde. Genussfreunde. Vielleicht sollte ich dieses Wort in meinem Umfeld publik machen. Immer wenn ich von »Genussfreunden« spreche, weiß dann jeder, dass damit eine Person aus meinem virtuellen Umfeld gemeint ist. Klingt viel schöner, als Blogger-Bekanntschaft, facebook-Kontakt, twitter-follower, oder?

Und wunderbare Erlebnisse haben mir reale Treffen mit meinen Genussfreunden schon beschert.

Fantastische Weinproben durfte ich begleiten – entstanden durch einen facebook/Blogger-Kontakt zu Martin Zwick von »berlin Kitchen«. Auf der webciety-Bühne der Cebit durfte ich an einer Podiumsdiskussion teilnehmen – entstanden durch meinen xing- und facebook-Kontakt zu Alexander Ultes von »der Ultes«. Einige wunderbare inspirierende Abende mit neuen Freunden durch meinen Kontakt zu »jordiTin« aus dem Chefkochforum.

Ich nutze diese neuen Möglichkeiten der Kommunikation über Blogs und soziale Netzwerke gerne und häufig.  Sie passen sich in ihren Möglichkeiten völlig meinem Lebenswandel an, nicht umgekehrt. Das macht diese Art der Kommunikation so reizvoll.

Ariane: Aktuell ist ein Kochbuch erschienen, an dem Du mitgewirkt hast. »SOUS-VIDE Grundkochbuch – Wissen und Rezepte von Spitzenköchen und Experten« nennt sich das im Juni 2010 erschienene Werk. Erzähl mir ein paar Details zum Konzept. Worum genau geht es in dem Buch und wie wurde der Herausgeber Evert Kornmayer auf dich als Foodbloggerin aufmerksam?

Astrid: Eigentlich ist das Thema Sous Vide uralt. Schon in den 70er Jahren gab es dazu in gehobenen französischen Küchen die ersten Versuche mit spektakulären Geschmackserlebnissen. Allerdings fehlten für die praktische Umsetzung in der Alltagsküche die entsprechenden Geräte. Mittlerweile gibt es diese und ergänzend dazu ist dieses Buch entstanden.

Ich selber bin durch meine Vorliebe zum Niedertemperaturgaren zu »Sous vide« gekommen, eine für mich ganz schlüssige Weiterentwicklung.Als ich vor ca. ach Jahren verstärkt begonnen habe, mich mit diesem Thema zu beschäftigen wurde ich noch von vielen für verrückt erklärt. Die immer wiederkehrende Energiediskussion, verbunden mit der Frage, warum etwas 6 oder mehr Stunden gekocht werden sollte, was auch in einem Viertel der Zeit zuzubereiten wäre, hat sich zum Glück mittlerweile erledigt. Dafür wurde NT aufgrund des Erfolges zu populär. Meine ersten eigenen sous vide Erfahrungen hatte ich als Genießerin in Restaurants- es war bald um mich geschehen! Um mich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzten, besuchte ich im September 2009 einen Workshop zum Thema. Mit dem dort gekochten Gericht »Kalbsfilet Sous-Vide mit Perigord-Trüffel-Sellerie-Öl auf Blumenkohlcreme, Paprikaröllchen, Paprika-Kaffeemus mit Whisky, Blumenkohlasche ohne Asche, Zitronenverbene«, war klar – ich brauche einen Roner! Mein Mann hatte wieder mal einen gehörigen Grund, über mich den Kopf zu schütteln, lag ich doch zu dieser Zeit meiner Familie schon mit dem Wunsch nach einem Paco Jet in den Ohren. Aus Kosten- und vor allem Platzgründen für diese Monstergeräte, wurde dies von mir immer wieder zurückgestellt.

Über einen meiner Genussfreunde, nennen wir in »Panneklööpper-Paul«, ein ausgewiesener Fein-schmecker, Restaurantkritiker und vor
allem Netzwerker, wurde der Kontakt hergestellt. Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Mitteln er Evert dazu gebracht hat, mich in dieses Buch mit aufzunehmen, vielleicht möchte ich das auch gar nicht wissen

Nein, Spaß beiseite, er war einfach so überzeugt von dem was ich mache und mit welcher Hingabe ich mich in meiner sehr eng bemessenen freien Zeit meinem Hobby widme, dass er mich empfohlen hat. Nach Studium meines Blogs und meiner Rezepte wurde ich eingeladen, ein oder mehr Rezepte zum Buch beizutragen.  Leider ist es aus Zeitmangel leider nur eines geworden, ich habe zwar vieles probiert und noch in »der Pipeline«, aber noch nicht perfekt abgestimmt und ausformuliert.

Ariane: Wie fühlt es sich für Dich persönlich an, dass Du jetzt laut Titel als Expertin gehandelt wirst?

Astrid: Das ist eine lustige Frage, die ich so für mich auch in meinem Blog gestellt habe. Die netteste Antwort darauf kam von einer Bloggerkollegin, die sinngemäß meinte, sie würde mich, wenn nicht den Experten, aber doch den Spitzenköchen zuordnen.

Das bedarf keiner weiteren Ergänzung! Als Expertin würde ich mich mittlerweile schon betrachten, allerdings mehr im Hinblick auf das von der Wissenschaft (noch!) völlig unterschätzte Studiengebiet der Küchengeräte-Psychologie.

Als mit dem Thermalisierer »Emily« ein neues Gerät mit ausgewiesener Fachkompetenz in der Küche stand, spielten Dampfgarer und Ofen unisono und in seltener Einigkeit verrückt. Nachzulesen unter der Kolumne »Nachts in der Küche« in meinem Blog. Die aufgebrachten Gemüter wieder zu beruhigen hat ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, gepaart mit ein wenig Küchenstrenge und Darbietung besänftigender Rezepturen erfordert.

Ariane: Würdest Du Dir auch vorstellen können, ein Kochbuch zu veröffentlichen, dessen Inhalt nur aus Deinen eigenen Rezepten und Kreationen besteht?

Unbedingt! Allerdings hätte der Buchhandel es schwer mit meinem Werk. Wo sollte es einsortiert werden? Kochbücher? Passt nicht so wirklich, ich habe auch keinen reinen »foodblog«. Kurzgeschichten?

Vielleicht würden die Lach-und Sachgeschichten von der Maus passen? Aber dann stände ich wohl in der Kinderbuchabteilung! Wir werden sehen… Koch- und Genusskolumnen fände ich schön! Das trifft es wohl ganz gut, dann muss für mich eine neue Rubrik geschaffen werden, warum eigentlich nicht?

Ariane: Bist Du eine Kochbuch-Sammlerin oder kochst Du lieber Rezepte, die Dir im Internet begegnet sind? Oder anders gefragt, welche Kochbücher sind ein Muss und welche Foodblogs liest Du besonders gerne?

Astrid: Ich habe erschreckend wenige Kochbücher. Das liegt vielleicht daran, dass ich so selten nach Rezept koche. Für mich sind Kochbücher eher eine Inspirationsquelle für Anrichtweisen und schöne Bilder. Natürlich habe ich die Klassiker, wie einige aus der Teubner-Reihe. Mein besonderer Liebling daraus ist »Deutsche Küche«. Dann mag ich die Bücher von Dieter Müller, die mir aber oft durch ungenaue Zutatenangaben auffallen. Auch von Markus Plein und seinen Amuse Geules lasse ich mich gerne inspirieren. Angefangen habe ich mit Wolfram Siebeck-Büchern, die ich auch heute noch mag. Aber mir sprudeln zu viele eigene Ideen durch den Kopf, als dass ich mich auf Bücher und Rezepte von anderen wirklich konzentrieren könnte.

Auch Anregungen aus Foodblogs nehme ich gerne auf, speichere mir vieles ab, koche manches nach. Wird aber immer irgendwie anders, als das Original. Frag auch da mal Eline, meine österreichische Geflügelcremesuppe nach einem ihrer Rezepte ist mittlerweile fast legendär.

Aus diesem Grund lese ich auch die Foodblogs am liebsten, die durch ihre inspirierenden Beiträge auffallen.Da kann das eigentliche Rezept fast ein bisschen im Hintergrund stehen. Mich interessiert vor allem, warum jemand gerade dieses Rezept genauso macht, wie vorgestellt. Und dann gibt es Blogs, auf die greife ich gerne im »Ernstfall« zurück, wenn ich wirklich mal eine küchentechnische Frage habe. Ansonsten nehme ich Blogs und Kochbücher auf wie ein Schwamm. Lesen, irgendwo im Kopf abspeichern und bei Gelegenheit als etwas völlig anderes wieder herausgeben.

Ariane: Wenn Du nun Eline zu Gast bei Dir hättest, aus welchen Deiner Blogrezepte würdest Du ein Menü für euch beide zusammenstellen? Wie stellst Du Dir Eline als reale Person vor?

Astrid: Ich würde gerne ein Degustationsessen mit ihr veranstalten. Ich glaube, dass wir nur so genug Facetten unserer Geschmäcker zusammenbekommen würden. Oder Du müsstest uns mehr Abende zugestehen.

Viele kleine Happen und sie dürfte die Weine dazu mitbringen.Und dann stelle ich mir einen wunderbaren Abend vor. Inspirierend und voller Lachen. Genussvoll schwelgend in Erinnerungen an unsere lukullischen Erlebnisse. Wir würden uns von Reisen in ferne Länder erzählen und den Menschen, die wir dort trafen. Würden unsere Gemeinsamkeiten lieben und unsere Meinungsverschiedenheiten schätzen.

Und nach dem letzten Glas Wein zeigte sie mir noch mal, wie man einen wunderbaren Walzer tanzt.

Astrid, vielen Dank für das Interview!

Foto: Phillip Geier

Kommentare

  1. Eline - 25. Juni 2010 um 11:56

    Irgendwie bin ich direkt gerührt …

  2. Paul Fritze - 25. Juni 2010 um 14:10

    Das ist ein wirklich tolles Interview. Gefällt mir gut, wie Du an die Sache mit dem Blog rangehst und Dein eigenes Ding machst. Ich lese den sehr sehr gerne!

  3. Ariane - 25. Juni 2010 um 14:49

    merci paul! gerade zum endspurt lese ich das gerne!
    eline, ich wäre an deiner stelle auch gerührt!

  4. Arthurs Tochter - 25. Juni 2010 um 15:48

    @Eline:
    ach, das musste einfach mal gesagt werden. ;))
    Die eigentliche Lobhudelei kommt ja noch im Buch…

    @Paul Fritze:
    Dankeschön, jetzt bin ich mindestens so gerührt wie Eline!

    @Ariane:
    Es war mir ein Fest!

  5. Gerhard - 25. Juni 2010 um 23:56

    Hallo Astrid, meine Philosophie.

  6. Claus - 26. Juni 2010 um 10:42

    ich frach mich die ganze Zeit schon, wie die wieder aus dem Düppen gekommen ist. Ich krieg da schon Rücken vom Hingucken…

  7. Arthurs Tochter - 26. Juni 2010 um 14:56

    @Claus:
    Schweißbrenner!

  8. Freundin des guten Geschmacks - 27. Juni 2010 um 12:11

    Kompliment zum gelungenen Interview. Dein Blog ist mir schön früh aufgefallen durch die erfrischend, lockere Art und durch die sehr kompetente Aussage, die da herüber kommt.

  9. Arthurs Tochter - 27. Juni 2010 um 13:13

    Liebe Freundin, vielen Dank!

8Astrid Paul

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