Kulinarische Momentaufnahmen
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Mittwoch, 25. November 2015 - von Ariane

Aus Oma Liesels Küche: Spritzgebäck aus dem Fleischwolf

Was hab´ich mich früher als Kind gefreut, wenn meine Oma den Fleischwolf aus dem Schrank holte! Das bedeutete nämlich: Die Weihnachtszeit hat begonnen. Und Weihnachten war das Größte! Ohne Spritzgebäck wäre es allerdings nur halb so schön gewesen …

Spritzgebäck. Wieso heißt das eigentlich Spritzgebäck? Eigentlich müsste es ja Fleichwolfgebäck heißen. Hört sich nur nicht so lecker an.

Es kommt wohl daher, dass man den Teig auch durch den Spritzbeutel spritzen kann. Allerdings würde das bei unserem Mürbeteig aus Haselnüssen ganz schöne Mukkies voraussetzen. Also habe ich mal gegoogelt und herausgefunden, das in den Rezepten gar kein Mürbeteig verwendet wird. Also ist das heißgeliebte Spritzgebäck meiner Oma gar keins? Müssen wir uns einen anderen Namen einfallen lassen? Nach weiteren Nachforschungen fand ich heraus, dass meine Uroma Hedwig und deren Nachbarin das Spritzgebäck auch immer nach diesem Rezept machten und es auch so nannten.

Ist ja auch egal wie es nun genannt wird. Ich nenne es weiterhin Spritzgebäck und hoffe, dass ich durch jeden Keks den ich esse, ein bisschen mehr in Weihnachtsstimmung komme. So wie früher, als ich noch ein kleines Mädchen war und mit meiner Oma die Nachmittage zusammen in der Küche verbrachte. Das ganze Haus duftete dann immer nach frisch Gebackenem. Auch dieses Jahr am 2. Advent, 25 Jahre später, duftet es in Omas Küche genauso wie damals. Und nichts macht mich gerade glücklicher …

Oma Liesels Spritzgebäck aus dem Fleischwolf

Zutaten für 2 große Bleche
200 g Haselnüsse
300 g Mehl
200 g zimmerwarme Butter
200 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung

  • Haselnüsse mahlen.
  • Mehl und Haselnüsse auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde hineindrücken. In die Mulde Zucker und Salz geben und wieder eine Mulde hineindrücken.
  • Das Ei in die Mitte plumpsen lassen.
  • Auf das Mehl um die Mulde herum die Butter in kleinen Flöckchen verteilen.
  • Mit einer Gabel das Ei mit dem Zucker verrühren, sodass eine gelbliche Masse entsteht. Mit den Händen von außen das Mehl in die Mitte stäuben, sodass die Ei-Zucker-Mischung mit Mehl bedeckt wird. Dann vorsichtig einen Teig daraus mit den Händen kneten und den fertigen Teig etwa 2 Stunden oder über Nacht kühl stellen.
  • Backofen auf 140 Grad Umluft (hängt immer vom Backofen ab) vorheizen.
  • Den Teig in den Fleischwolf (oder eine Gebäckpresse) drücken und etwa 4 cm langes Gebäck daraus kurbeln oder spritzen.
  • Das Gebäck dicht aneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Backofen für etwa 10 Min. goldbraun backen.
  • Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen. Luftdicht verschlossen und trocken lagern.

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Kommentare

  1. Jan - 18. März 2017 um 23:02

    Das ist echt ein super Rezept. Auf meiner Seite stelle ich auch ein paar Rezepte vor aber suche immer nach neuen Inspirationen

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