Kulinarische Momentaufnahmen
Donnerstag, 8. August 2013 - von Konni

Gastbeitrag von meiner Mama: Ottolenghi & Tamimi – Auberginen mit Chermula aus dem JERUSALEM Kochbuch

[Ariane] »Rollende Kochtöpfe für den Frieden«. Nachdem ich heute bei Süddeutsche.de diesen wunderbaren Artikel über einen Foodtruck in Jerusalem, der Israelis und Palästinenser durch lokale Gerichte zusammenbringen soll, gelesen habe, fiel mir ein, dass ich noch den ersten Gastbeitrag meiner Mama zum Jerusalem-Kochbuch in der Pipeline habe. Here we go!

[Konni] Das Buch ist mein Geburtstagsgeschenk. Und eine Empfehlung eines Kochbuchhändlers in Düsseldorf. Schon der Einband läßt mein Herz höher schlagen. Grobes Naturleinen, darauf ein kreisfömiger Rapport arabischer Kalligraphie in Gold. In der Mitte des Musters bleibt Platz für den Titel in einer dazu im Kontrast stehenden, schmallaufenen serifenlosen lateinischen Groteskschrift. Stempelartig, nicht deckend, in blau und schwarz. Die stempelartige Schrift deckt nicht auf dem Leinen und „blutet“ zu den Rädern hin aus. Der erste Eindruck hat etwas von „gutem Handwerk“ und genau so geht es optisch und inhaltlich innen weiter: Der Anblick der großformatigen Fotos treibt mir das Wasser in den Mund. Das Layout ist zurückhaltend und übersichtlich.

Mein erstes nachgekochtes Rezept:

Auberginen mit Chermula

Das weckt Sehnsucht. Auch nach Hitze und Sonne auf der Haut. Auberginen liebe ich, weil sie sich so samtig auf der Zunge anfühlen. Dieses Gemüse kenne ich bisher aus der griechischen oder libanesischen Küche.

Zutaten
2–3 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 TL gemahlener Kreuzkümmel
2 TL gemahlener Koriander
2 TL getrockneter Chili, gemörsert
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Zitronenabrieb (statt fein gehackter Schale von eingelegten Zitronen)
150 ml Olivenöl
2–3 mittelgroße Auberginen
70 g Bulgur oder Couscous (moyen)
50 g Sultaninen
Koriandergrün odr glatte Petersilie, gehackt
2–3 Stängel frische Minze, Blättchen fein gehackt
10 grüne Oliven, entsteint und halbiert
2–3 Frühlingszwiebeln, in eine Ringe geschnitten
2 EL Zitronensaft
150 g türkischer Joghurt, 10% Fett
Meersalz

Zubereitung

  • Backofen auf 200°C vorheizen und sich einbilden, die Sonne würde heiß in die Küche brennen.
  • Die/das? Chermoula anzurühren und die Gewürze zu mösern ist der erste Spaß. Das duftet so schön verheißungsvoll. In Ermangelung eingelegter Zitronen nehme ich Zitronenabrieb, was aber bestimmt nur halb so gut ist.
  • Die gemörserten Gewürze, Knoblauch und den Zitronenabrieb verrühre ich mit 2/3 des Olivenöls und dem Meersalz (1/2 TL). Dann werden die gewaschenen Auberginen mit Fruchtansatz der Länge nach halbiert und das Fruchtfleisch rautenförmig eingeschnitten. Dabei sollte die Schale nicht verletzt werden. Die Schnittflächen dann mit dem Chermoula bestreichen und auf einem Backblech 40 Min. im Ofen garen.
  • Die Sonne hat jetzt den Zenith erreicht. 150 ml Wasser zum Kochen bringen, salzen und Bulgur oder Hartweizengries einrühren, vom Herd nehmen und ausquellen lassen. Dann in eine große Schüssel umfüllen.
  • Sultaninen ca. 15 Min. in warmem Wasser einweichen, dann abgießen und mit dem Rest des Öls zum Bulgur geben. Kräuter, Frühlingszwiebeln, Minze (ruhig etwas mehr), Oliven und Zitronensaft dazugeben, mischen und mit Salz abschmecken. Ich schwitze.
  • Je eine Auberginenhälfte auf einem Teller mit Bulgursalat anrichten und mit einem Klecks Joghurt verzieren. Das gehackte Koriandergrün oder Petersilie darüberstreuen, mit Olivenöl beträufeln und lauwarm servieren.

Die Erlösung: Die Eierfrüchte schmeicheln wie erwartet samtig meiner Zunge. Die Kombination mit dem körnigen und würzigen Bulgur und dem cremigen Joghurt und der Süße der Sultaninen ist wunderbar. Danke Ottolenghi und Tamimi, für den schönen Ausflug.

Jerusalem: Das Kochbuch
Yotam Ottolenghi & Sami Tamimi
320 Seiten
ca. 130 Farbfotografien
277 x 204 mm, gebunden
in Leineneinband
ISBN 978-3-8310-2333-2
€ 24,95

Im Oktober 2013 ist mein Buch »Foodblogs und ihre besten Rezepte« im Hädecke Verlag erschienen.



Gourmand World Cookbook Award Winner 2014 for Germany. Category »Blog«.



48 kulinarische Erzählungen und Rezepte von 12 deutschsprachigen Foodblogger/innen. Nachgekocht, fotografiert und genussvoll verzehrt von Ariane Bille. Konzipiert und kreiert als Buch, App und Blog.


Vice Content Network

»Das Buch bringt viele Perspektiven zusammen und kommt so der kulinarischen Bewegung im Web erstaunlich nahe – ihren Protagonisten und Motiven, der Kochlust samt Rezepten.« Valentinas-Kochbuch



Mizzis Küchenblock | Der Genussblog von Hädecke