Kulinarische Momentaufnahmen
Friday, 30. August 2013 - von Konni

Gastbeitrag von meiner Mama: Pflaumenkuchen Old School

[Ariane] Hier im Blog ist es in letzter Zeit ein wenig still geworden. Ich arbeite fleißig an der Umsetzung meines im Herbst erscheinenden Buchs und dann sind da noch so einige Dinge in meinem Leben passiert, die hier ganz bestimmt früher oder später erzählt werden. Ist das alles aufregend, ich sach´s euch!

Meine Mama hat neulich ihren ersten Post hier im Blog verfasst. Das hat ihr Spaß gemacht und deswegen werdet ihr hier ab sofort öfter von ihr lesen. Vielleicht geht sie jetzt auch noch unter die FoodbloggerInnen, wer weiß … Ich für meinen Teil, würde am liebsten einmal den Bildschirm ablecken, so viel Sehnsucht habe ich nach Mamas frisch gebackenem Pflaumenkuchen. Lauwarm muss er sein. Und ich nehm auch Sahne. Aber Bitte!

[Konni] Am liebsten mag ich dieses spätsommerliche Obstgebäck vom Blech, mit Hefeteig, heimischen Pflaumen und noch warm mit Zimt und dick mit Zucker bestreut (es muß knirschen). Manche brauchen Schlagsahne drauf. Ich nicht. Und ohne Gabel essen, in die Hand nehmen wie ein Stück Brot und reinbeißen. Der dunkle Saft tropft runter. Old School eben.

Meine Mama kommt aus einem hessischen Dorf, da nennen Sie das Hefegebäck »Quetschekuche«. Mein Opa hatte dort ein »Baumstück« und soooooo viele Quetsche, dass er sie senkrecht auf den Teig stellte. Ja, mein Opa konnte backen, sehr gut sogar.
Bei mir im Rheinland heißt es »Prummetaat«. Die Namensgebung ist wohl noch ein Überbleibsel der französischen Besatzung des Rheinlandes, tartes aux prunes? Wie dem auch sei: Prumme gibt es jetzt überall zu kaufen.

Zutaten für 1 Blech Pflaumenkuchen

Für den Hefeteig
500 g Mehl
30 g frische Hefe
50 g Zucker
75 g Butter
1 Ei
Salz
etwas Zitronenabrieb
zum Bestreuen Zimt und Zucker

Hefeteig ansetzen
Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde reindrücken und Hefe reinbröckeln, 2 Teel. Zucker drüber und mit etwas lauwarmer Milch ein wenig verrühren. Mit einem Tuch zudecken und an einem warmen Ort ca. 15 Min. gehen lassen, bis die Teigmenge sich etwa verdoppelt hat.

Für drauf
1 1/2 kg Zwetschgen

  • Erstmal gut waschen. Sie gehen gut vom Stein. Ich benutze aus Zeitspargründen einen Pflaumenentsteiner (hatte mein Opa auch), damit geht das zackzack (siehe Foto). Die Anschaffung lohnt, wenn man saisonal bedingt viel Appetit auf Prummetaat hat. Wer sowas nicht auftreiben kann, schneidet die Pflaumen der Länge nach auf und nimmt den Stein raus. Dann nochmal die zusammenhängenden Hälften längs einschneiden.
  • Die restlichen Zutaten zum Vorteig geben und solange kneten, bis der Teig sich vom Rand löst und Blasen wirft. 1 Backblech fetten und Teig drauf ausrollen, Ränder hochdrücken und Zwetschgen dicht in Reihen legen und leicht in den Teig drücken. Nochmal 10 Min. gehen lassen.
    Backofen auf 170° – 200° (Umluft) vorheizen. Ca. 25 Minuten backen, je nach Dicke der Zwetschgen Temperatur reduzieren und mit Oberhitze zuende backen, sonst wird der Teig zu dunkel.
  • Zucker und Zimt vermischen und auf den dampfenden und duftenden Kuchen streuen (aufpassen, spätestens jetzt kommen die Wespen).
    Mit Milchkaffee in der noch heißen Nachmittagssonne verputzt, vertreibt das Zeug jede bei mir aufkommende Spätsommermelancholie. Noch’n Stück!

Kommentare

  1. Sophia - 30. August 2013 at 23:01

    Wie die Sahne auf dem einen Bild da so unschuldig neben liegt… Jetzt liege ich nachts hungrig in meinem Bett und kann an nichts anderes denken und mich quält die Frage, ob es etwas besseres gibt, als frischen Zwetschgen Kuchen mit Sahnne… Süße Träume wünscht Sophia

  2. Sibylle - 13. September 2015 at 06:36

    Hallo, ich würde gerne nächstes Wochenende klassische Prummetaat backen und bin auf dein Rezept gestoßen. Was mich etwas irritiert: Über den Mengenangaben ist von einem Blech die Rede, im weiteren Fließtext jedoch von zwei Blechen. Welche Angabe ist korrekt? Viele Grüße, Sibylle

  3. Lilli - 13. September 2015 at 11:13

    Liebe Sibylle, es ist 1 Blech gemeint, tut mir leid für die Verwirrung. Der Fehler ist wohl reingerutscht, weil ich gerne direkt 2 Bleche backe, wenn ich schon dabei bin (dann aber Zutaten verdoppeln). Prummetaat läßt sich super einfrieren und schmeckt kurz aufgebacken wie frischer…Gutes Gelingen!

  4. Sibylle - 13. September 2015 at 15:41

    Hallo Lilli, ah, danke! Ja, ich weiß, ich habe das früher mit meiner Oma und meiner Mutter auch immer gebacken (ich komme aus dem Rheinland). Da ich das Rezept für den Hefeteig bzw die Mengenangaben nicht mehr gefunden habe, habe ich ein wenig herumgegoogelt. Die ersten gefundenen Rezepte wären mir unbekannte Varianten mit Pudding oder Rührteig… Na ja, jedem das Seine!

Im Oktober 2013 ist mein Buch »Foodblogs und ihre besten Rezepte« im Hädecke Verlag erschienen.



Gourmand World Cookbook Award Winner 2014 for Germany. Category »Blog«.



48 kulinarische Erzählungen und Rezepte von 12 deutschsprachigen Foodblogger/innen. Nachgekocht, fotografiert und genussvoll verzehrt von Ariane Bille. Konzipiert und kreiert als Buch, App und Blog.


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