Kulinarische Momentaufnahmen
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Freitag, 3. Februar 2012 - von Ariane

Indisches Huhn im Schmortopf – LEON

Der Februar beginnt mit sibirischer Kälte, Berlin bibbert im Schnee – die Vorfreude auf unsere Indienreise steigt mit jedem fallenden Grad. Diese kaum auszuhaltende Vorfreude sollte Gestern mit einem indischen Gericht zelebriert werden. Leider besitze ich immer noch kein Indisches Kochbuch (an dieser Stelle: Her mit den Kochbuchempfehlungen!), aber in LEON  wurde ich fündig. Das Buch habe ich letztes Jahr auf der Leipziger Buchmesse entdeckt, ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich es aus rein visuellen Gründen gekauft habe. Es zierte nun fast 1 Jahr mein Regal und erwies sich Gestern nicht nur als äußert schön anzusehen. Nein – viel wichtiger, das erste nachgekochte Rezept hat nicht nur geschmeckt und unsere Bäuche gewärmt, sondern auch das Versprechen des Buchtitels eingehalten: “Natürlich Fast Food. Ehrlich. Einfach. Gut.”
Indisches Huhn im Schmortopf, habe ich im 2. Kapitel Slow Fast Food gefunden. In diesem Teil des Buchs dreht sich alles um Gerichte, die im Voraus zubereitet und dann bei Bedarf schnell hervorgezaubert werden können. Die Zubereitung gelingt im Handumdrehen, während das Huhn im Ofen schmort kann man mit einem guten Glas Wein im Rest des Buches schmökern.

LEON entstand 2004 aus einer nachhaltigen Fast Food Idee: Henry Dimbleby, John Vincent und Allegra McEvedy eröffneten zu diesem Zeitpunkt ihr erstes Restaurant in London. Mittlerweile sind daraus neun preisgekrönte Filialen geworden, in denen mit “ehrlichen, gesunden Zutaten aus natürlichem, kontrollierten Anbau” dem “altbekannten Fast Food ein neues Gesicht gegeben wird”. Dieses schlüssige Konzept wird auch auf das LEON-Kochbuch übertragen: Der erste Teil widmet sich “schnellen Rezepten für jede Gelegenheit”, für deren Zubereitung man unter 20 Minuten benötigen soll. Der zweite Teil wiederum feiert, wie oben beschrieben, das langsame Fast Food.

Die Buchgestaltung, und das war mein Kaufgrund, ragt erfrischend anders aus dem Kochbucheinheitsbrei hervor. Liebevoll gestaltete Collagen aus witzig fotografierten Speisen in Kombination mit Schnappschüssen vergangener Zeit, bespickt mit kleinen Piktogrammen und Illustrationen, lassen das Buch menscheln. Man hat fast das Gefühl in einem fremden Familienalbum zu Blättern, Teil dieser imaginären Familie wird man dann beim Kochen der Rezepte.
Die Food-Fotografie ist auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig, nicht alle Fotos machen auf Anhieb Appetit, aber sie wirken authentisch und passen sich dem Erscheinungsbild des Buches an.

Und nun wird geschmort:

Zutaten für 4 Personen
(im Rezept steht 4–6 Personen. Um zu sechst davon satt zu werden, braucht man aber mehrere Gänge)

3 Knoblauchzehen, zerdrückt
4 EL Joghurt
2 TL Kurkuma
2 TL Zimtpulver
2 TL Korianderpulver
1 TL Chilipulver
750 g Kartoffeln (200 g davon waren bei mir Süßkartoffeln)
1 TL Pflanzenöl (habe ich weggelassen, weil das Huhn genug fett beim Schmoren verliert)
1 ungespritzte Bio-Zitrone
1 Bio-Huhn  (1,5–2 kg)
1 Handvoll frische Korianderblätter
Meersalz und frischgemahlener schwarzer Pfeffer
(Ich habe der Marinade des Hühnchens noch frisch gepressent Ingwer hinzugefügt).

Zubereitung
1. Den Backofen auf 190°C vorheizen.

2. Knoblauch in eine Schüssel geben und mit Joghurt und Gewürzen vermischen.

3. Kartoffeln unter laufendem Wasser mit einer Bürste abschrubben, mit der Schale in dünne Scheiben schneiden und mit dem Öl in einen großen Topf oder Bräter geben. Zitrone waschen, halbieren und die eine Hälfte in sehr dünne Scheiben schneiden, zu den Kartoffeln geben und mit Salz und Pfeffer würzen.

4. Das Huhn mit der Joghurtmischung einreiben und mit der anderen halben Zitrone in der Bauchhöhle auf die Kartoffeln legen.

5. Topf oder Bräter für eine Stunde mit Deckel auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben, dann den Deckel abnehmen und weitere 30 Minuten bis 1 Stunde schmoren, damit das Huhn Farbe annimmt und gar wird. (Mein Huhn war nach 1 1/2 Stunden schon sehr braun, die restliche halbe Stunde habe ich es wieder mit dem Deckel abgedeckt).

6. Das Huhn aus dem Topf oder Bräter nehmen, auf eine Brett legen und zerlegen. Zusammen mit den Kartoffeln auf einem Teller legen und mit Korianderblättern bestreuen. (Wie man auf meinem Foto sehnen kann, liegen meine Korianderblätter noch im Kühlschrank).

Das Ergebnis ist köstlich, die Kartoffeln nehmen einen frischen zitronigen Geschmack an und am Boden des Bräters sammelt sich eine leckere Sauce aus Zitronensaft, Hähnchenfett und den anderen Gewürzen. Gleich wird die andere Hälfte des Huhns verputzt!

Leon. Natürlich Fast Food. Ehrlich. Einfach. Gut
308 Seiten, durchgehend illustriert
H 25,7 x B 19,6 Hardcover
EUR 29,99 [D] / 40,90 sFr.
ISBN 978-3-8321-9368-3

Kommentare

  1. ralf - 3. Februar 2012 um 11:24

    war das das 55er

  2. kochtopf.twoday.net - 6. Februar 2012 um 14:33

    Indisches Huhn im Schmortopf…

    Am Freitagmorgen war Grosseinkaufstag. Unter vielem anderem ist auch ein Poulet in den Einkaufswagen gewandert, mit der Idee am Abend das berühmte Zitronenhuhn zu kochen. Es kam jedoch anders. Am Mittag ist mir nämlich Arianes Beitrag ins Aug…

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Im Oktober 2013 ist mein Buch »Foodblogs und ihre besten Rezepte« im Hädecke Verlag erschienen.



Gourmand World Cookbook Award Winner 2014 for Germany. Category »Blog«.


»Foodblogs« als Smart Cookbook in der Caramelized App laden.


48 kulinarische Erzählungen und Rezepte von 12 deutschsprachigen Foodblogger/innen. Nachgekocht, fotografiert und genussvoll verzehrt von Ariane Bille. Konzipiert und kreiert als Buch, App und Blog.


Vice Content Network

»Das Buch bringt viele Perspektiven zusammen und kommt so der kulinarischen Bewegung im Web erstaunlich nahe – ihren Protagonisten und Motiven, der Kochlust samt Rezepten.« Valentinas-Kochbuch



Mizzis Küchenblock | Der Genussblog von Hädecke