Kulinarische Momentaufnahmen
Kimbap
Mittwoch, 9. März 2011 - von Ariane

Kimbap und andere koreanische Köstlichkeiten

Ich bin verzaubert. Nachdem ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal Bibimbap gekocht habe, musste ich mich an anderen koreanischen Gerichten probieren. Diesmal sollten sogar Gäste mitkochen und so stellte ich ein kleines Menü zusammen. Koreanische Kochbücher besitze ich leider (noch) nicht, also machte ich mich auf die Suche im Netz und lernte den Blog von missboulette kennen. Hier wurde ich fündig, missboulette hat koreanische Wurzeln und schreibt über “die authentische koreanische Küche, um den im deutschen Sprachraum noch unentdeckten Geschmackswelten mehr Aufmerksamkeit zu erteilen.”

Erst konnte ich mich nicht entscheiden, für Kimchi war z.B. nicht mehr genug Zeit, aber dann war ich mir sicher was uns an diesem Abend satt machen sollte: Kimbap (koreanische Sushi), Dak Yangnyeom Gui (marinierte Hähnchenschenkel) und Japchae (koreanischer Glasnudelsalat).

Die Hähnchenschenkel legte ich schon Mittags in die Marinade ein. In weiser Voraussicht habe ich gegen die Absprache mit unseren Freunden vorher mit den Vorbereitungen begonnen. Das war auch gut so, denn wir haben den ganzen Abend bis in die Nacht geschnibbelt, gebraten, gerollt und geformt bis wir uns dann mit dem Essen belohnen konnten. Ob es an all dem Wein oder der Tatsache lag, dass wir mit vier Personen in unserer 10 qm großen Küche gekocht haben, weiß ich nicht. Der Abend war toll, es war gemütlich und das Essen hat noch dazu wunderbar geschmeckt!

Dak Yangnyeom Gui

1. Bulgogi-Marinade: 1 Zwiebel, 1-2 Knoblauchzehen, 1 kleines Stück Ingwer, 1/2 Kiwi, 1 EL Soju (koreanischer Schnaps) pürieren und 1 EL Gochuang, 2 EL Sojasauce, 1 EL Zucker, 1 TL gerösteter Sesam, 1 TL dunkeles Sesamöl und 1/2 TL Salz zur Marinade geben und gut vermengen.

2. 4-5 Hähnchenschenkel waschen, trocken tupfen, Haut, Fett und Sehnen entfernen und auf jeder Seite zwei Mal einschneiden, damit die Marinade gut einziehen kann. Marinade in das Fleisch einmassieren und das Ganze bis zu 5 Stunden in den Kühlschrank stellen. In einer ofenfesten Form auf mittlerer Schiene 35 Minuten bei 175 Grad braten.

Kimbap (koreanische Sushi ohne Fisch)

10 Rollen à 10 Scheiben: 4-5 Tassen Sushireis (Rundkornreis), 10 geröstete Noriblätter, 3 Eier, 3 Möhren. 1 Packung Danmuji (eingelegter Rettich), 200 g Rinderhüfte, 400 g blanchierter Blattspinat, Sojasauce, Zucker, Salz, Sesamöl, geröstete Sesamkörner und Pfeffer

1. Reis kochen und warm stellen. missboulette beschreibt das hier sehr gut.
2. Eier schlagen, salzen und daraus mit wenig Öl ein Omlette backen. In 1 cm dicke Streifen schneiden.
3. Möhren mit einem Sparschäler hauchdünn hobeln und kurz in wenig Öl anbraten. Salzen und beiseite stellen.
4. Rinderhüfte in sehr feine Streifen schneiden, mit 2 EL Sojasauce, 1 TL Sesamöl, 1 TL Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Fleisch anbraten, bis die ausgetretene Flüssigkeit verdampft ist.
5. Spinat blanchieren und mit Salz, Sesamöl und Sesamkörnern würzen.
6. Rettich waschen, trocken tupfen und längs in 1 cm dicke Streifen schneiden.
7. Die Hälfte des gekochten Reis mit 1 EL Sesamöl, einer Prise Salz und Sesamkörnern in einer Schüssel vermischen. Abdecken, damit der Reis nicht kalt wird. Das Gleiche passiert mit der anderen Hälfte des Reis, nachdem die erste Hälfte verbraucht ist.

Nun wird geformt. Da habe ich mir am meisten Sorgen gemacht, ich habe auch noch nie Sushi gemachtrollt. Diese floralen Tropfen sehen aber schwerer aus als sie sind! Fürs erste Mal haben wir es gut gemacht. Finde ich. Am Ende hatten wir vier verschiedene Interpretationen, jeder hat geformt!

8. Noriblatt mit der langen Seite nach vorne auf eine Sushimatte legen. Den Reis mit einem Löffel dünn und gleichmäßig darauf verteilen.
9. Mit den Möhren beginnend die vorbereiteten Zutaten in die Mitte der Rolle stapeln.
10. Noriblatt mit der Matte an den vorderen Ecken anfassen und schnell zur Hälfte umklappen. Die vorderen Ecken sollen die hinteren Ecken treffen. Mit dem Handballen die vordere Seite kräftig festdrücken und eine tropfenförmige Rolle formen.
11. Matte entfernen, Rolle mit Sesamöl bestreichen und in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Genauso wird mit den übrigen Zutaten verfahren.

Japchae (koreanischer Glasnudelsalat)

5 EL Sojasauce, 1 EL Zucker, 1 EL gerösteter Sesam, 1 EL Sesamöl, 1 Msp Pfeffer, 1 Knoblauchzehe, 1 Prise Salz,  250 g Glasnudeln, 1 große Zwiebel, 250 g Wurzelspinat, 10 getrocknete Shiitakepilze, 3 Lauchzwiebeln, 200 g Rinderhüfte

1. Pilze waschen, mit heißem Wasser übergießen und 1 Stunde einweichen lassen. Glasnudeln nach Packungsanleitung zubereiten und mit einer Schere zerteilen.
2. Spinat waschen und in Salzwasser für 2 Minuten blanchieren. Abgießen und mit kaltem Wasser durchspülen. Gut abtropfen lassen, zerkleinern und in eine große Schale geben.
3. Zwiebel in Streifen schneiden, Möhren mit der Julienne-Reibe reiben, Lauchzwiebel in 4 cm lange Scheiben schneiden. Pilze abtropfen lassen, auswringen und in schmale Streifen schneiden. Rinderhüfte in feine Streifen schneiden.
4. Zubereitetes Gemüse und Fleisch bis auf den Spinat einzeln mit wenig Öl 2-3 Minuten in einer Pfanne braten. Salzen und Pfeffern und dann alles zum Spinat geben. Zum Schluss Glasnudeln und die restlichen Gewürze dazugeben. Gut und vorsichtig vermengen, am besten mit den Händen!

Kommentare

  1. missboulette - 9. März 2011 um 20:15

    Mein Kompliment! Eine sehr gute Speisenzusammenstellung . Eure Sushi-Tropfen sehen toll aus, vor allem für das erste Mal – auch die anderen Gerichte! Freut mich sehr, dass es euch geschmeckt hat.

  2. Ariane - 10. März 2011 um 08:31

    Bei der Auswahl war die Zusammenstellung auch sehr leicht gemacht! Danke noch mal für die tollen Rezepte. Als nächstes muss ich unbedingt Dein Kimchi testen :)

  3. Michelle Portman - 10. März 2011 um 10:36

    Mjammjam. Die Rezepte muss ich bei Gelegenheit auch mal testen. Asiatische Küche find ich immer spannend. Aber wo bekommt man die Zutaten dafür, wenn man keinen koreanischen/japanischen Markt in der Nähe hat.

  4. Helma - 4. April 2011 um 21:07

    Danke für das Makirezept. Meine Freundin Omnyun aus Südkorea hat mir unglaublich, aber wahr immer Maki aus Würstel und Karotten gemacht, schmackt toll!

  5. Ariane - 5. April 2011 um 08:31

    Aus Würstel? Das hört sich ja schräg an :)

SesamKimbap-RolleDak Yangnyeom Gui und JapchaeKimbap

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