Kulinarische Momentaufnahmen
Hinter den Kulissen © Ralf Bille
Mittwoch, 30. Januar 2013 - von Ariane

Kulinarische Momentaufnahmen – Hinter den Kulissen

Hallooooooo? Ist da jemand? Jahaaa, in der Küüücheeee! Wer mich von Euch bei Facebook verfolgt, hat sicher mitbekommen, dass bei mir in den letzten Wochen viel gekocht und fotografiert wurde. Warum ich mir einen Fleischwolf, 3 m Schweinedarm, ein Perlhuhn, ein Kaninchen, Tafelspitz … (ich könnte jetzt noch ewig weiter aufzählen) gekauft und einen Kochmarathon veranstaltet habe, werde ich in der nächsten Zeit verraten. Auch wenn ich gerade eigentlich 1000 andere Dinge machen sollte, lass´ ich es mir nicht nehmen an Zorras Food-o-grafie-Blogevent teilzunehmen. Heute gibt´s mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen und in die Küche meiner Eltern (meine eigene Berliner Küche ist leider zu klein für große Foto-Shootings). Auf den Fotos seht ihr mich im kreativen Chaos, die emsige Assistentin ist meine Mama. Kommen wir also erst mal zu den Fakten. Was Zorra besonders interessiert:

  • Ich fotografiere mit der Nikon D5100. Sie zählt noch zu den Amateurkameras, für meine Zwecke reicht sie aber vollkommen aus und vor allem ist sie klein und kann gut auf längere Reisen mitgenommen werden.
  • Noch wichtiger, das Objektiv: Nikon AF-S Micro NIKKOR 60 mm (ein Weihnachtsgeschenk von meinem Fotografenpapa und ich benutze nur dieses eine).
  • Bildbearbeitung: Lightroom und Photoshop.
  • Licht: Briese-Blitzanlage samt Generator und Softbox (gehört aber eigentlich dem Fotografenpapa). Zu Hause in Berlin habe ich einen Kompaktblitz und eine Chimera-Softbox (damit ist dann aber auch die gesamte Küche ausgefüllt). Wer nicht, wie David Loftus, bei Tageslicht fotografieren kann, findet damit eine gute Alternative: Weiches Licht, harmonische Verläufe – Tageslicht eben.

Mich sprechen vorallem Food-Bilder an, die ehrlich, pur und nicht gekünstelt wirken. Kein Chichi und Styling-Schnickschnack – das Essen soll im Vordergund stehen und möglichst natürlich in Szene gesetzt sein. Kochbücher und Food-Zeitschriften kaufe ich nur, wenn mir Fotografie-Stil und Layout gefallen – klar, der Inhalt ist genauso wichtig – aber ich bin ein visueller Mensch und Bilder stechen zuerst ins Auge. Bei Foodblogs sehe ich das anders, hier steht die Persönlichkeit des Bloggers und seine Geschichten im Vordergrund. Die Bilder sind zweitrangig und manchmal macht es auch den Charme eines Blogs aus. Wär doch langweilig, wenn alle Foodblogs mit Hochglanz-Bildchen bestückt wären, oder?

Wo ich noch vor einigen Jahren zum Spaß mein selbst gekochtes Essen fotografiert habe, ist dieses Hobby mittlerweile zu einem Teil meines Berufs geworden. Neben der Arbeit als Grafikdesignerin, spielt die Food-Fotografie eine immer wichtigere Rolle in meinem Job.

Wie bin ich zur Food-Fotografie gekommen? Eigentlich fing alles mit meinem Diplomprojekt an, aus dem dann letztendlich auch dieser Blog entstanden ist: Obwohl ich während meines Studiums wenig fotografiert und ich mich eher im grafischen Bereich und in Typografie-Kursen ausgetobt habe, wollte ich für mein Diplom auch die Bilder selbst schießen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt ein Buch zu gestalten, dass sich mit Essen, Kochen und Genuss auseinandersetzt. Schnell hatte ich mir das Konzept zu einem Buch überlegt, dass einen Einblick in die deutschsprachige Foodblogosphäre geben sollte. Dafür mussten Fotos her. Also habe ich angefangen die Rezepte, von den Euch bekannten Foodbloggern nachzukochen und diese zu fotografieren. Der Professor war mit der Idee und deren Umsetzung einverstanden, und so habe ich im Sommer 2011 mein Diplom bestanden und einen ersten Schritt in Richtung professionelle Food-Fotografie getan.

Nach dem Diplom habe ich dann einen Verlag gesucht, schließlich wollte ich meine Arbeit nicht in der Schublade versenken. Daraus wurde (bisher) leider nichts, dafür ergatterte ich aber meinen ersten Kochbuch-Auftrag. Seit letztem Sommer koche, fotografiere und schreibe ich in freier Mitarbeit 1 x die Woche für Mizzis-Küchenblock, auch dieser Job ergab sich aus meiner ursprünglichen Diplomidee. Lustigerweise war es nie ein Plan meine Leidenschaft zum “Beruf” zu machen, es waren eher viele Zufälle die dazu geführt haben. Und es darf gerne so weiter gehen!

Kommentare

  1. Lena - 30. Januar 2013 um 14:09

    Sehr interessant! Und wir haben die gleiche Kamera :).
    Welche Softbox hast du denn genau von Chimera? Auf der Seite bin ich nicht so recht fündig geworden, vielleicht habe ich es auch nur übersehen. Ich bin nämlich gerade auch auf der Suche nach einer.

  2. Ariane - 30. Januar 2013 um 14:15

    Diese isses. Ich hab sie hier in Deutschland bei einem Studiokollegen meines Vaters etwas günstiger bestellt: http://www.bhphotovideo.com/c/product/118996-REG/Chimera_1035_Super_Pro_Plus_Softbox.html
    Die Box auf dem Bild ist aber ne Briese ;)

  3. multikulinaria - 30. Januar 2013 um 18:51

    Genau! Es darf nicht nur gern so weitergehen, es sollte bitteschön unbedingt so weiter gehen! Alles Gute bei beruflichen und privaten Projekten!

  4. Ariane - 31. Januar 2013 um 14:53

    Danke, liebe Peggy!

  5. zorra - 8. März 2013 um 08:50

    Danke für den Einblick. Schön, dass sich dein Traum auch beruflich verwirklichen lässt. Weiter so!

  6. Ariane - 10. März 2013 um 16:23

    Sehr gerne, liebe Zorra! Und bald gibt es auch hier mehr zu lesen :)

  7. Hesting - 22. März 2013 um 08:19

    Das große Bild Eurer Küche wirkt schon so, als wärst Du nicht die einzige bzw. die erste, die dort fotografiert. Gefällt mir. Weiter so.
    Ich tät nach wie vor gern ein Exemplar vom “Diplombuch” ;-) haben. Aber Du kennst die Verlage sicher besser als ich.

  8. Ariane - 31. März 2013 um 09:33

    Doch, liebe Hesting. Ich hab´s eingeführt :)

  9. Ariane - 1. April 2013 um 09:16

    Hesting: Und zum “Diplombuch” wirst Du bald mehr hören, es gibt spannende Neuigkeiten ;)

Kamera © Ralf BilleHinter den Kulissen © Ralf BilleBildbearbeitung © Kornelia BilleHinter den Kulissen © Ralf BilleHinter den Kulissen © Ralf BilleHinter den Kulissen © Ralf Bille

Im Oktober 2013 ist mein Buch »Foodblogs und ihre besten Rezepte« im Hädecke Verlag erschienen.



Gourmand World Cookbook Award Winner 2014 for Germany. Category »Blog«.


»Foodblogs« als Smart Cookbook in der Caramelized App laden.


48 kulinarische Erzählungen und Rezepte von 12 deutschsprachigen Foodblogger/innen. Nachgekocht, fotografiert und genussvoll verzehrt von Ariane Bille. Konzipiert und kreiert als Buch, App und Blog.


Vice Content Network

»Das Buch bringt viele Perspektiven zusammen und kommt so der kulinarischen Bewegung im Web erstaunlich nahe – ihren Protagonisten und Motiven, der Kochlust samt Rezepten.« Valentinas-Kochbuch



Mizzis Küchenblock | Der Genussblog von Hädecke