Kulinarische Momentaufnahmen
Tuesday, 15. April 2014 - von Ariane

Nachgekocht: Keime & Sprossen – Köstliche Kraftpakete aus der Küche

Ausgewählte Besprechungen der Hädecke-Kochbücher, die ich für Mizzis Küchenblock schreibe, gibt´s nun auch hier im Blog zu lesen:

Von Vogelchören uns Sonnenstrahlen wach gekitzelt schlurfe ich schlaftrunken in die Sonnenhausküche, die sich über Nacht in ein kleines Gewächshaus verwandelt hat: Es gedeiht und wächst auf der sonnigen Fensterbank, Frühling in seiner vollen Pracht, welch Überraschung! Vor drei Tagen habe ich Sonnenblumenkerne, Kichererbsen und Mungbohnen in die Sprossengläser meiner Sonnenhausmitbewohnerin E. gefüllt und schon heute kann ich sie „ernten“. Der schnelle Erfolg macht Spaß – ihr müsst nämlich wissen, dass mein grüner Daumen eigentlich nicht existiert. Aber wenn es ums Essen geht, scheint sich der Daumen meines Händchens dafür zu interessieren …

Der Grund meines plötzlichen grünen Daumens ist das Buch Keime und Sprossen von Valérie Cupillard. Neben raffinierten vegetarischen Rezepten mit Keimen und Sprossen, sowie veganen Varianten, klärt sie ausführlich über den gesunden Wert der kleinen Vitamin-, Mineralstoff- und Enzympakete auf und beschreibt wie man die Saaten in der eigenen Küche keimen lässt.

„Hurra“ jubelt mein Foodbloggerherz. „Da kann ich ja wieder bei Katharinas #tierfreitag mitmachen!“. Keime und Sprossen enthalten nicht nur viel Energie, essenzielle Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente, sondern sind auch reich an Ballaststoffen, haben einen hohen Enzymgehalt und spielen als Antioxidantien sowie zum Ausgleich des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper eine wichtige Rolle. Gerade bei einer veganen Ernährung sind Keime und Sprossen also ein optimaler Ausgleich für abwechslungsreichen Genuss.

Und schon habe ich mir drei vegane Rezepte ausgewählt, die ein kleines Mittagsmenü ergeben: Mangoldsalat mit gekeimten Kichererbsen und Ume-Vinaigrette, Chinesische Suppe mit Mungbohnensprossen und Frühstücks-Bananencreme, die aber auch wunderbar als Nachtisch schmeckt. Mit diesen Köstlichkeiten wird zur Feier des Tages offiziell der Sonnenhausbalkon mit Mitbewohner H. eröffnet (der mir natürlich auch hilft, die Leckereien zu verspeisen).

Die drei Rezepte kochen sich fast von selbst, nur an die Keimlinge muss man eben ein paar Tage vorher denken. Man kann sie natürlich auch im Bio-Supermarkt erwerben, aber wo bleibt denn da der Spaß? Eben. Und noch mehr Spaß macht das Essen, denn die knackig frischen Keimlinge sind weitaus mehr als eine Salatbeilage: Sie verwöhnen meine Geschmacksknospen mit neuen Aromen und Konsistenzen, geben den Gerichten eine feine spielerische Note und sind ganz nebenbei noch verdammt gesund.

Mein grüner Daumen wird ab jetzt in Übung bleiben, als nächstes werde ich nämlich Quinoa, Bockshornklee und Hafer keimen lassen und mich von den Rezepten dieses Buchs inspirieren lassen.
Zum Abschluss möchte ich, nachdem mir letzte Woche die Crème brûlée aus meinem kleinen Tief geholfen hat, meine heutige Buchvorstellung mit diesem passenden Zitat der Autorin beenden:

Keime und Sprossen tragen eine Frühjahrsenergie in sich – eine Energie des Wachsens, der Erneuerung, des „Keimens“.
Jetzt ist endlich die Zeit für einen kleinen persönlichen Neustart gekommen. Genießt die Sonne, genießt die freien Tage am Wochenende, genießt den Frühling – genießt es, das Leben!

Lauwarmer Mangoldsalat mit gekeimten Kichererbsen und einer Ume-Vinaigrette

Umesaft – aus kleinen japanischen Umepflaumen gewonnen – ist eine Würze, die wie Essig verwendet wird. Sein Duft ist blumig und erinnert an Kirschen. Dieser Mangoldsalat wird lauwarm serviert, da so die Aromen der Sauce am besten zur Geltung kommen und die Kichererbsen weich sind.

Zutaten für 2 Portionen

grüne Blätter von etwa 10 Mangoldstielen
1 Schale gekeimte Kichererbsen

Für die Vinaigrette
2 EL Umesaft (Asialaden)
6 EL Sonnenblumen- oder Sesamöl
Salz nach GeschmackZubereitung

  • Die Kichererbsen keimen lassen und nach drei Tagen verwenden.
  • Die Mangoldblätter waschen und mit einer Schere quer in Streifen schneiden. Mangoldblätter und Kichererbsen in den Einsatz eines Dampfkochtopfs geben und 10–15 Minuten sanft garen.
  • Den Umesaft in eine Salatschüssel geben, nach und nach das Öl einrühren und eventuell etwas Salz zufügen. Zusätzliches Würzen ist nicht erforderlich. Mangold und Kichererbsen hineingeben, umrühren und sofort servieren.

Chinesische Suppe mit Mungbohnensprossen

Mungbohnensprossen werden landläufig oft als Sojasprossen bezeichnet. Als Variation können Sie eine Hand voll feiner Reisnudeln unter die Suppe mischen, um sie gehaltvoller zu machen.

Zutaten für 4 Portionen
1 Zwiebel
1 Karotte/Möhre
1 ½ l Wasser
2 frische Shiitakepilze
2 EL Algenflocken
50 g Tofu
5 EL Mungbohnensprossen
Salz
Sojasauce
einige frische Korianderblätter (optional)

Zubereitung

  • Die Zwiebel schälen und die Karotte putzen. Das Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Zwiebel und Karotte reiben und die Pilze klein hacken. Das Gemüse und die Algenflocken ins siedende Wasser geben und 10 Minuten kochen lassen.
  • Den Tofu in winzige Würfel schneiden (Seitenlänge ca. ½ cm) und mit den Sojasprossen in die Suppe geben. Den Herd ausschalten. Nur leicht salzen, damit jeder anschließend selbst Sojasauce nach Geschmack zugeben kann. Mit klein gehackten Korianderblättern bestreuen. Heiß servieren.

Frühstücks-Bananencreme

Diese Creme ist so schnell zubereitet, dass umso mehr Zeit bleibt, ihren Geschmack zu genießen: die Süße der Banane, den zarte Geschmack der Sojacreme mit den feinen Keimlingen der Sonnenblumenkerne.

Zutaten für 1 Person
Pro Banane: 4–5 EL Sojacreme
3–4 EL gekeimte Sonnenblumenkerne

Zubereitung

  • Die Banane schälen, zerdrücken und Sojacreme untermischen, bis eine glatte Masse daraus wird. Mit den Keimlingen bestreut sofort verzehren.

Rezepte entnommen aus
Valérie Cupillard
Keime & Sprossen
Köstliche Kraftpakete aus der Küche
Hädecke Verlag
ISBN 978-3-7750-0484-8
Hardcover, 120 Seiten, 121 Farbfotos
19,90 € (D), 20,50 € (A)

Aus der Reihe Nachgekocht

Kommentare

  1. Micha - 15. April 2014 at 18:41

    Ja, genau, mit Sprossen müßte man viel öfter und viel mehr machen…
    … dabei habe ich seit JAHREN so ein Glas zum Keimen…

    sonnige Grüße

  2. Ariane - 16. April 2014 at 13:29

    Ich hab gleich einen Stapel Gläser zum Verschenken bestellt :) Viel Spaß, lass es Sprießen und Keimen!

  3. Simon - 2. August 2014 at 10:30

    Tolle Rezepte. Ich liebe die chinesische Küche, allerdings nur außerhalb eines Chinarestaurants. Der dort entgegenkommende Geruch verursacht bei mir schon nach kurzer Zeit starke Überkeit.
    Die Kunst des Keimens fasziniert mich ebenfalls. Auch wenn ich es selbst eher selten mache. Etwas gesünderes gibt es wohl kaum.

  4. Ariane - 2. August 2014 at 13:15

    Ach Simon, da erinnerst du mich an was: Ich mal flix in die Küche und setze ein paar Sprossen an :)

Im Oktober 2013 ist mein Buch »Foodblogs und ihre besten Rezepte« im Hädecke Verlag erschienen.



Gourmand World Cookbook Award Winner 2014 for Germany. Category »Blog«.



48 kulinarische Erzählungen und Rezepte von 12 deutschsprachigen Foodblogger/innen. Nachgekocht, fotografiert und genussvoll verzehrt von Ariane Bille. Konzipiert und kreiert als Buch, App und Blog.


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»Das Buch bringt viele Perspektiven zusammen und kommt so der kulinarischen Bewegung im Web erstaunlich nahe – ihren Protagonisten und Motiven, der Kochlust samt Rezepten.« Valentinas-Kochbuch



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