Kulinarische Momentaufnahmen
_DSC4263
Samstag, 28. Oktober 2017 - von Ariane

Omas Reibekuchen mit Apfelmus

Seit meinem letzten Blogpost ist viel passiert! Mein Leben wurde durch eine kleine junge Frau auf den Kopf gestellt, die im Mai das Licht dieser verrückten Welt erblickt hat. Kein Wunder also, dass es hier in den letzten Monaten sehr still wurde. Jetzt, wo wir die neue Erdenbürgerin Orliyah besser kennengelernt haben, komme ich auch endlich wieder dazu, neben dem Mamasein etwas zu tun, das mir auch sehr am Herzen liegt: Unser Familien-Kochbuchprojekt mit meiner Oma, die jetzt stolze Uroma geworden ist.

Heute Mittag habe ich mich von meiner Oma mit Reibekuchen verwöhnen lassen, die ich sehr selten esse, aber seitdem ich denken kann über alles liebe. Natürlich sind Omas frisch gebackene Reibekuchen die besten! Göttlich sind die Dinger. Und sie machen so unglaublich süchtig. Einer geht noch … und noch einer … ach komm schon, das ist jetzt aber der Letzte! Ok, noch ein Allerallerletzer … Och, jetzt können wir gleich alle aufessen, lohnt sich nicht mehr die paar Dinger aufzuheben … Ein Fass ohne Boden! Geht’s euch auch so?

Meine Uroma Hedwig war genauso verrückt nach Reibekuchen. Bei ihr gab´s die süchtig machenden Kartoffelpfannkuchen eher selten, weil die Wohnung ohne Abzugshaube dann so sehr nach Fett roch. Wenn sie aber mal eine Ausnahme machte, bekam sie beim Backen immer Heißhunger und verputze den ersten frisch gebackenen Reibekuchen direkt aus der Pfanne. Schließlich musste sie vorher probieren, was sie der Familie vorsetzte!

Wie wohl unserer kleine Orliyah der erste Reibekuchen schmecken wird? Ich  kann´s kaum erwarten mit ihr in der Küche zu experimentieren, aber da muss ich mich wohl noch etwas gedulden. Bis dahin versuche ich in meinen wenigen freien Minuten die Rezepte meine Oma aufzuschreiben – schließlich soll Orliyah irgendwann auch mal ihre Originalrezepte nachkochen können!

Reibekuchen mit Apfelmus

Zutaten für 4 Personen
1 kg mehligkochende Äpfel
1 Tasse Wasser
2–3 EL Zucker je nach Süße der Äpfel
1 EL frisch gepresster Zitronensaft
1 Prise Ceylon-Zimt je nach Geschmack
1,5 kg festkochende Kartoffeln, geschält
2 Zwiebeln
1 Brötchen, in Wasser eingeweicht und ausgedrückt
1 TL Salz
1 Ei
2 EL Mehl oder feine Haferflocken
Sonnenblumenöl zum Braten
  • Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen, das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden und in einen Topf geben. 1 Tasse Wasser darübergießen und bei mittlerer Hitze zum kochen bringen. Bei geschlossenem Deckel 5–6 Min. kochen, dabei gelegentlich umrühren. Evtl. pürieren und mit Zucker, Zitronensaft und Zimt abschmecken.
  • Kartoffeln und Zwiebel reiben oder in den Entsafter geben. Beim Entsaften: Kartoffelmasse und Saft in zwei getrennten Schüsseln aufheben.
  • Etwa 300 ml des Kartoffelsafts zu der Kartoffelmasse geben. Brötchen, Salz und Ei und evtl. Mehl oder Haferflocken dazugeben und zu einem Teig verkneten.
  • Sonnenblumenöl in einer Stahl- oder gußeisernen Pfanne erhitzen und jeweils 3 Reibekuchen goldgelb braten, bis der Teig verbraucht ist.
Frisch, direkt aus der Pfanne, schmecken die Reibekuchen am besten! Dazu schmeckt hausgemachtes Apfelmus, oder Rübenkraut und Pumpernickel, so wie es die Uroma Hedwig gerne gegessen hat.

Kommentare

  1. Jana - 6. November 2017 um 22:46

    Herzlichen Glückwunsch erst einmal ;-)
    Meine Oma hat tatsächlich früher auch immer Reibekuchen gemacht, der so ähnlich ausgeschaut hat wie auf Deinem Bild. Vielleicht schaffe ich es mit Deinem Rezept jetzt auch mal selbst…. so schwierig hört es sich ja nicht an. Danke für das Rezept! :-)

_DSC4216_DSC4200_DSC4218_DSC4213_DSC4235_DSC4276_DSC4277

Im Oktober 2013 ist mein Buch »Foodblogs und ihre besten Rezepte« im Hädecke Verlag erschienen.



Gourmand World Cookbook Award Winner 2014 for Germany. Category »Blog«.



48 kulinarische Erzählungen und Rezepte von 12 deutschsprachigen Foodblogger/innen. Nachgekocht, fotografiert und genussvoll verzehrt von Ariane Bille. Konzipiert und kreiert als Buch, App und Blog.


Vice Content Network

»Das Buch bringt viele Perspektiven zusammen und kommt so der kulinarischen Bewegung im Web erstaunlich nahe – ihren Protagonisten und Motiven, der Kochlust samt Rezepten.« Valentinas-Kochbuch



Mizzis Küchenblock | Der Genussblog von Hädecke