Kulinarische Momentaufnahmen
Wednesday, 21. April 2010 - von Ariane

Schwarzwurzeln – Nur das gute Zeugs

Anfang März waren Robster und ich zu Besuch bei meinen Eltern. Für das Abschiedsmenü nahm ich mir vor, die ganze Mannschaft zu bekochen.

In der elterlichen Küche  stellte ich mich, mit Handschuhen und Kamera bewaffnet, dem von der Kaltmamsell ausgewählten Schwarzwurzel-Rezept von Claus. Das war mein erstes Mal mit Schwarzwurzeln, wir haben uns aber gleich angefreundet. Zum Glück ergatterte ich beim Punk-Biobauern (so nennt ihn meine Mutter liebevoll) auf dem Erkrather Wochenmarkt noch ein paar der Wurzeln.

Da lagen nun die erdigen Stengel und guckten mich aus der Einkaufstüte an. Wohin mit all der Erde?

Bei einem Telefonat mit meiner Oma wurde ich vor dem klebrigen Harz der Wurzeln gewarnt, ich solle beim schälen Handschuhe anziehen. Claus empfiehlt in seinem Rezept die Unter-Wasser-Schäl-Methode, ich habe beide Ratschläge befolgt und mit Handschuhen unter Wasser geschält. (Fürs Foto hab ichs mal an der frischen Luft vorgeführt, danach aber wieder fix ins Zitronen-Mehl-Wasser geworfen, damit sie nicht die Farbe verlieren). Das Schälen funktionierte sehr gut, nicht meine Finger, sondern die Handschuhe klebten am Ende zusammen.

Die Schwarzwurzeln, oder auch “Arme Leute Spargel” genannt, schafften es innerhalb kurzer Zeit die ganze Küche in ein einziges Chaos zu verwandeln. Die Erde verselbstständigte sich und die Spüle klebte nach der Aktion, aber dafür wurden mir auch sehr schöne Foto-Motive geboten. Robster war voller Elan dabei und fotografierte das Gemüse wirklich aus JEDER Perspektive.

Fünf Stunden und 400 Fotos später gabs dann endlich das lang ersehnte Essen. Zu den Wurzeln wurde ein feines Sahnesößchen und eine Rotweinbutter serviert, einfach genial Claus! Die Arbeit und das Chaos lohnen sich wirklich, wenn man das Geschmackserlebnis am Ende abwartet. Als Fleischbeilage gabs bei mir Stefado, dass geschmacklich aber leider mit den Schwarzwurzeln konkurrierte.

Den fünf hungrigen Bäuchen hats (trotz Stefado) ausgezeichnet geschmeckt (die Sahnesauce macht unglaublich satt), nur der kleine Bruder wollte lieber den “echten Spargel” essen. Aber er wird auch noch auf den Geschmack kommen!

Wer in der nächsten Saison das Schwarzwurzel-Abenteuer wagen will, der findet das Rezept von Claus hier.

Kommentare

  1. Eline - 21. April 2010 at 12:44

    Ich bevorzuge bei Schwarzwurzeln auch die Unterwasser-Schäl-Methode und Chirurgen-Einweg-Handschuhe. Stifado passt wirklich nicht sehr gut zu diesem schönen Gemüsegericht. Dass ein Sahnesösschen von Claus satt macht, verwundert mich gar nicht, geht er doch immer sehr generös mit den guten Stoffen um. ;-)

  2. Ariane - 21. April 2010 at 12:50

    Wie ich auf die Idee mit dem Stifado gekommen bin, weiß ich auch nicht recht… Das Resteessen am nächsten Tag, ganz ohne Stifado, hat viel besser geschmeckt. So kamen die Schwarzwurzeln viel besser zur Geltung!

  3. Claus - 21. April 2010 at 13:22

    Pah, Handschuhe! Das ist aber was für Mädchen ;-)

  4. Mestolo - 21. April 2010 at 19:13

    Wunderschöne Fotos, ich bin sehr begeistert.

  5. Lilli - 22. April 2010 at 16:45

    Schmatzgutifeini…das klingt so gut, da paßt auch einfach ein kuspriges Landbrot und ein rotes Weinchen! Das Stifado war bestimmt dabei, um auch die anwesenden hungrigen Männerbäuche zufrieden zu stimmen?

  6. Ariane - 22. April 2010 at 16:55

    Ja, die Männer wollten Fleisch! Das Stifado hat auch sehr gut geschmeckt, aber eben nicht zusammen mit den Schwazrwurzeln.

  7. Susa - 29. April 2010 at 09:23

    Auch wenn ich Schwarzwurzeln sehr gern mag, interessiert mich das Stifado fast mehr – seit Jahren bin ich auf der Suche nach dem ultimativen Rezept. Nach welchem Rezept habt Ihr es zubereitet?

  8. Ariane - 29. April 2010 at 09:32

    Susa: Das Rezept liegt noch bei meinen Eltern in der Küche. Wenn ich nächste Woche nach Hause fahre, werde ich es Dir gerne als Email schicken!

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