Kulinarische Momentaufnahmen
Thursday, 27. February 2014 - von Ariane

Unterwegs in Tel Aviv-Jaffa: Abu Hasan/Ali Karavan, Jaffa Flea Market und Puaa

Die Sehnsucht nach wärmender Sonne war kaum auszuhalten, als ich vergangenen Dezember in der U-Bahn saß und durch das kalte, graue Berlin fuhr. Unvorstellbar war der Gedanke, den so langen Winter in der Hauptstadt zu verbringen – hatte ich es damals mit dem Liebsten doch zur Tradition gemacht, den Februar über in ferne Länder zu reisen um Inspiration für neue Projekte zu sammeln. Indien, Vietnam und Kambodscha waren die letzten zwei Jahre unsere Medizin gegen Fernweh und verfrorene Wintertage.

Nach einem ereignisreichen Jahr 2013 stand ich nun also alleine da. Der Liebste war Vergangenheit und ich würde wohl zum ersten Mal alleine verreisen. Ein Abenteuer! Jedenfalls für mich. Aber wohin? Erste Priorität war natürlich das Essen – keine Frage. Bunt befüllte Markthallen mit duftenden Früchten, klebrigem Gebäck, Bergen von Oliven und anderen eingelegten Gemüsesorten … das inspiriert mich, das macht mich glücklich und das würde ich mit Sicherheit in Israel finden.

Dieses kleine und so zerspaltene Land mit all seinen Konflikten, seiner wechselvollen Geschichte, den Religionen und seiner multikulturellen Bevölkerung übt seit einiger Zeit eine große Anziehungskraft auf mich aus. Am Schnittpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika gelegen, vermischen und beeinflussen sich die unterschiedlichsten kulinarischen Kulturen. All die Emotionen, Spiritualität und Genüsse wollte ich mit eignen Augen sehen. Ich wollte Israel fühlen, riechen und schmecken und so buchte ich mir ein Ticket nach Tel Aviv.

Als der kleine Bruder spitz kriegte, dass die große Schwester ganz allein in die pulsierende Metropole verreisen würde, und mit großen Hundeaugen meinen Plänen zuhörte, fragte ich ihn aus Spaß ob er nicht mitkommen wolle. Am Ende saßen wir also zu zweit im Flieger. Wir hatten große Erwartungen und die Hoffnung, mit einem neuen Bild, mit eigenen Eindrücken aus Israel zurückzukehren. Und es war so aufregend für uns beide, denn es würde unsere erste gemeinsame Reise werden. (Da oben rechts auf dem Bild halte ich einen großen Fang im Arm: Den kleinen Bruder! Das Bild müsste so in etwa 20 Jahre alte sein … eieiei!)

Wir haben ein neues, eigenes Bild von Israel mitgebracht, dass in kurzen zehn Tagen natürlich nur die Oberfläche ergründet hat. Deswegen sind wir uns sicher: Wir werden wiederkommen.

Bis dahin werde ich hier im Blog von meinen Eindrücke erzählen: Von herzlichen Menschen, verrückten Begegnungen, Zufällen und unzähligen Genussmomenten. Und natürlich habe ich für diejenigen, die nach dieser Lektüre Fernweh bekommen haben, alle nennenswerten Orte aufgeschrieben.

Damit will ich auch gleich beginnen: Im ersten Teil halte ich mich in Jaffa auf, dort hatten wir unser erstes airbnb-Zimmer. Die kleine antike Hafenstadt war ursprünglich ein Vorort von Tel Aviv Das vor knapp 100 Jahren gegründete Tel Aviv war ursprünglich ein Vorort der kleinen antiken Hafenstadt Jaffa und wurde in den 50ern mit dem heutigen Tel Aviv-Jaffa vereinigt. In den engen Gassen des kleinen pitorresken Künstlerviertels Jaffas reiht sich ein hübsches Café ans nächste, der Flohmarkt lädt zum bummeln und träumen ein und Hunger ist hier fehl am platz:

Abu Hasan / Ali Karavan

Das hier ist kein Geheimtipp, denn Abu Hasan/Ali Karavan ist berühmt für den besten Hummus der Stadt. Der Hummus wird hier mit frisch gekochten Kichererbsen, Zwiebeln, Paprikapulver, Zitronensaft, Petersilie und einem guten Schuss Olivenöl serviert. So cremig, so süchtigmachend.

Quelle: Make Hummus Not War

1 Ha’ Dolfin St., Tel Aviv-Yafo, Israel
+972 3 682 0387

Jaffa Flea Market

Hier schlagen Vintageherzen höher: Östlich des Clock Towers reihen sich kleine Läden befüllt mit Krimskrams, Antiquitäten und Designklassikern aneinander. Ein Traum für jeden Foodblogger auf Requisitensuche – dafür sollte ein leerer Koffer eingeplant werden.

Puaa

Im Herzen des Flohmarkts befindet sich ein kleines, charmant eingerichtetes Café und Restaurant. Das Puaa ist nicht umsonst Mitten auf dem Flohmarkt zu Hause: Wer sich in das Inventar verliebt, kann es direkt kaufen. Aber nicht nur die Möbel sind zum verlieben, sondern auch die israelische Küche die hier serviert wird. Probiert die grüne Tahine und das hausgemachte Vanilleeis mit Tahine, Honig und Nüssen!

8 Rabbi Yohanan Street, Tel Aviv-Yafo, Israel
036823821
Homepage

Aus der Reihe Unterwegs in Tel Aviv

Kommentare

  1. kaltmamsell - 2. March 2014 at 12:44

    Wie wundervoll! Ich freue mich schon sehr darauf, sechs Wochen nach meinem eigenen Tel-Aviv-Urlaub deine Eindrücke hier zu lesen! (Und muss gleich mal rumquengeln: “Ursprünglich” war Jaffa keineswegs ein Vorort von Tel Aviv – Jaffa gibt es ein paar Jahrtausende länger als Tel Aviv, von hier aus floh der biblischen Legende nach Jona aufs Meer, um dort von einem Wal verschlungen zu werden.)

  2. Ariane - 14. March 2014 at 08:33

    Huch, dein Kommentar ist mir völlig entwischt! Wie schön, dass du auch in Tel-Aviv unterwegs warst, liebe Inés. Und du hast Recht, ich habe mich etwas unglücklich ausgedrückt bzw. den Satz verdreht: Tel Aviv war ursprünglich war ein Vorort der kleinen antiken Hafenstadt Jaffa, nicht andersrum :)

  3. Israel: Essen in Tel Aviv-Florentin | Reiseblog Travel on Toast / ReisebloggerReiseblog Travel on Toast / Reiseblogger - 19. April 2014 at 12:37

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