Kulinarische Momentaufnahmen
Sunday, 5. December 2010 - von Ariane

Weihnachtsblues?

Der Winterputz des Blogs ist schon eine Weile her, aber wo bleibt die Weihnachtsstimmung? Plätzchen müssen her, aber schnell, sonst wird das nichts mehr mit der Weihnachtsstimmung! Weihnachten ohne Plätzchen? Das gabs bei mir noch nie. Ich kann mich an kein Weihnachten ohne selbstgebackene Plätzchen erinnern. Egal wieviel ich um die Ohren habe, es müssen mindestens drei verschiedene Kekssorten gebacken werden. Es gab sogar mal eine Zeit, da habe ich schon im November mit meiner besten Freundin die Weihnachtskeks-Saison eingeläutet…

Heute habe ich die erste Ladung Weihnachtsstimmung gebacken, die ganze Wohnung duftet danach: Vanillekipferl (die müssen immer dabei sein!), Kokosmakronen (lassen sich wunderbar aus dem restlichen Eiweiß der anderen Kekse machen) und Yogitee-Kekse. Das Rezept für die Yogitee-Kekse hat meine Mama letztes Jahr aus einer alten „Brigitte Weihnachtsbeilage“ ausgegraben, und weil sie so großartig geschmeckt haben, habe ich dieses Jahr im Netz danach gesucht und es bei Steffen Fröhlich gefunden. Ich habe es allerdings etwas abgewandelt und die Kekse mit Schokolade verziert.

Das Rezept für die Yogitee-Kekse verlangt 250g Mehl, 125g Butter, 75g Zucker, 1 Ei, 1 1/2 TL Yogitee und 3 Riegel Zarbitterschokolade für die Verzierung.

Der Yogitee wird zu Beginn im Mörser zu sehr feinem Pulver gemahlen. Es ist wichtig, dass am Ende keine groben Stücke übrig bleiben! Mehl, Butter, Zucker, Ei und Yogitee-Pulver werden mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verknetet. Nachdem der Teig eine Stunde im Kühlschrank geruht hat, wird er auf einem Backbrett ausgerollt und ausgestochen oder rautenförmig ausgeradelt. Die Kekse werden im vorgeheiztem Backofen bei 200° ca. 10 Minuten gebacken. (Meine erste Fuhre ist prompt verbrannt, dass kommt davon wenn man backen und gleichzeitig fotografieren will). Für die Verzierung gibt man die zerhackte Schokolade in einen Gefrierbeutel und erhitzt diesen im Wasserbad. Sobald die Schokolade flüssig ist, wird die Spitze des Beutels aufgeschnitten, die Schokolade wird dann mit Schwung über die Kekse gespritzt.

Für die Vanillekipferl braucht man: 250g Mehl, 140g Zucker, gem. Mandeln, 200g zimmerwarme Butter, 2 Eigelb, das Mark einer Vanilleschote, Salz, 1 TL geriebene Bio-Zitronenschale (ungespritzt), eine Prise Salz und eine Packung Bourbon-Vanillezucker.

Das Mehl wird in eine Schüssel gesiebt und zusammen mit 100g des Zuckers und den restlichen Zutaten mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verarbeitet. Danach wird der Teig für eine Stunde in den Kühlschrank gestellt. Nachdem der Teig gekühlt wurde, wird er geviertelt und zu zwei Rollen geformt. Diese werden gerollt  bis sie einen Durchmesser von 1cm haben. Mit einem Messer wird die lange Rolle in 4cm lange Röllchen geteilt und zu Hörnchen geformt. Die Kipferl werden im vorgeheizten Backofen bei 200° 8-10 Minuten lang gebacken. Nachdem sie 4 Minuten ausgekühlt sind werden sie im restlichen Zucker und Bourbon-Vanillezucker gewälzt und dürfen dann auf einem Rost auskühlen.

Zu guter Letzt die Kokosmakronen: Schale einer Bio-Zitrone (ungespritzt), 1e Prise Salz, 150g Zucker, die von den Kipferln übrig gebliebenen 2 Eiweiß, 150g Kokosraspel, Backoblaten und 3 Riegel Zartbitterschokolade für die Verzierung.

Das Eiweiß wird in einer Schüssel mit dem Salz steif geschlagen und danach mit dem Zucker zu einer glänzenden Masse verarbeitet. Die restlichen Zutaten werden vorsichtig unter den Eischnee gehoben. Die Oblaten werden auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilt und mit Hilfe von zwei Teelöffeln mit der Kokosmasse besetzt.  Die Makronen werden dann im vorgeheitztem Backofen bei 140° ca. 20-25 Minuten lang gebacken. Zum Schluss werden sie wie oben beschrieben (siehe Yogitee-Kekse) mit der Zartbitterschokolade verziert.

Jetzt müssen die Kekse nur noch gegessen werden – das hält kein Weihnachtsblues aus. Einen schönen zweiten Advent wünscht Ariane!

Fotos: Ariane Bille

Kommentare

  1. ralf - 5. December 2010 at 18:35

    Yogi Tee— brrrr

  2. Token - 6. December 2010 at 09:55

    mmmmh… sieht unheimlich lecker aus und wunderschöne Fotos! Ich finde es toll, wenn Foodblogger auch ihre missglückten Sachen fotografieren. Das kommt viel sympathischer rüber, als bei einem Kochbuch :) Übrigens herzlichen Glückwunsch nachträglich zu deiner tollen Arbeit! :D

  3. Ariane - 7. December 2010 at 12:21

    Merci Token! Da stimme ich Dir zu! Zum Glück kann man bei Keksen mehrere Versuche wagen, sonst würde es nur Unglücks-Bilder geben :)

  4. Steffen - 7. December 2010 at 21:23

    Oh je, bei uns würde man sagen:”Kekse Brandenburger Art”. Aber das macht nichts, trotzdem ärgert man sich natürlich immer über so etwas. Dass die Vanille- Kipferl ein absolutes Muss sind, würde ich so unterschreiben, ohne die keine Weihnachtsstimmung. Kochen/ Backen & Fotografieren sind meist eine logistische Herausforderung, da man nie so richtig weiß, was man eigentlich fotografieren will, und die richtig schönen Bilder, kommen einem dann oft sehr spontan in den Sinn und die dauern oft nicht sehr lange an.

  5. Steffen - 7. December 2010 at 21:24

    Deine Auswahl gefällt und wirkt von den Farben her sehr stimmig, bis auf das dunkelbraun da auf Bild #3 ;-)!
    PS: Sind das die eigenen Hände oder leistest Du Dir ein Handmodel?

  6. Mimi - 8. December 2010 at 07:51

    Welch weihnachtliche Eintracht, in der ich da Gitarren-, Bambis- und Katzenausstecher sehe?! Jaja, die Nostalgie holt uns alle und besonders in der gemütlichen Zeit ein. Aber gelungen sind von denen (außer den förmlich aus dem Monitor duftenden Kipferln und Makronen) nur die Katzen???? Das muß an der Form liegen….-;:!))

  7. Hesting - 8. December 2010 at 10:14

    Ich beneide Dich um Deine Ausstechformen. So süß!
    Weihnachtsstimmung ist bei mir bislang nicht angekommen, obwohl ich auch schon die erste Ladung Cantuccini zum Verschenken gebacken habe.
    Ich denke, ich nehme da nächstes WE noch die eine oder andere Kekssorte dazu. Auch wenn die Zeit knapp werden wird.

  8. Ariane - 11. December 2010 at 18:07

    Steffen: So richtig geärgert hat mich das gar nicht, das plane ich mittlerweile schon ein :) und ja, dass sind meine eigenen Hände, ein Handmodel kann ich mir nicht leisten…
    Mimi: Das sind Joschi- Kekse, sonst rührt der Robster keine Kekse an…
    Hesting: Das Bambi, die Gitarren und die Katzen sind die einzigen Förmchen die ich bestitze… Sterne, Herzen und Bäume sind doch langweilig ;) Cantuccini sind auch großartig, die backe ich auch gerne außerhalb der Plätzchen-Zeit!

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